
Unsere Chefredakteurin Regine Rachow freut sich auf Ihre Beiträge.
Unter 03860 - 50 28 66 ist sie telefonisch zu erreichen, per E-Mail unter rachow[at]junfermann.de

Es ist eine virtuelle Adresse, und Martin Weiss empfängt den Besucher der Website gleich mit der richtigen Frage: „Sind Sie bereit für ein neues Abenteuer in Ihrem Leben?“ Noch beim Grübeln über die Antwort liest man von Wendepunkten, von Lebenszielen und ihrer handfesten Planung, auch von Krisenbewältigung und Inspiration. Und merkt rasch: Was hier verhandelt wird, hat mit einem selbst zu tun. Wer kam nicht schon einmal an einen Punkt, an dem er sich fragte: Wohin will ich, was ist meine Bestimmung?
Als Martin Weiss diesen Punkt erreichte, war er Anfang 30 und erfolgreicher Marketingleiter im IT-Bereich. Bei Recherchen im Rahmen einer Markenentwicklung für ein großes Unternehmen „stolperte“ er, wie er sagt, über den Namen des Mythenforschers Joseph Campbell. Der meinte einst, dass Mythen, Sagen und Märchen in allen Kulturen stets das gleiche Muster zugrunde liege: Der Held hört einen Ruf und zieht aus, den Sinn dieses Rufes zu erkunden. Er besteht Prüfungen und überwindet die Gefahr und kehrt schließlich gereift oder geläutert zurück. Warum soll, was immer gültig war, nicht auch heute gültig sein? „Und was“, so fragte sich Weiss damals, vor 15 Jahren, „wäre mein Ruf gewesen?“
Er hatte sich seinerzeit schon vielfach beweisen können: als gelernter Kaufmann und Experte für Import–Export, als freier Autor und schließlich wieder in der freien Wirtschaft als Marketingtalent in der Computerbranche. Seine „pädagogische Ader“ entdeckte Martin Weiss in seiner NLP-Ausbildung. Logisch, sagt er heute. Schon als Jugendlicher hatten ihn Bücher über Psychoanalyse und Zen-Buddhismus gefesselt und die Frage, wie Menschen werden, was sie sind. Er begann sich nebenberuflich als NLP-Trainer zu betätigen und „tief innen“ zu spüren, dass er für das Leben eines Trainers „bestimmt“ ist. Doch selbst nach der Lektüre Campbells brauchte Martin Weiss noch Jahre, bis er bereit war, diesen Ruf nicht mehr zu überhören, sondern Entscheidungen zu treffen.
Heute gibt er von seinem Computer in Gütersloh aus E-Learning-Kurse für Fach und Führungskräfte großer Unternehmen, die Themen liegen im Selbst und Zeitmanagement, Weiss nennt es „Effectivity“. Er steckte den Junfermann Verlag mit seiner E-Book-Idee an. Sein jüngstes Baby ist ein web-tv, in dem Experten der Kommunikation, wie Vera F. Birkenbihl und Eckhard von Hirschhausen, über ihre Erfahrungen berichten und Kursanten anleiten. Und er entwickelte „Quest“, eine Methode auf NLP-Basis, die es ermöglicht, den eigenen Ruf zu erkennen und sich auf die Suche zu begeben nach dem, was das Leben ausmacht.
Bei Campbell, den vielen Mythen und Sagen, die er seither las, und auf seinem eigenen verschlungenen Pfad zu seiner Bestimmung als Trainer und Coach entdeckte Martin Weiss, wie sehr wir Heutigen im Wachsen und Werden, in unseren Irrtümern und Lichtblicken den Gestalten der alten und modernen Mythen gleichen, Gilgamesch und Harry Potter, Ödipus und Amelie in ihrer fabelhaften Welt. Mit „Quest“ nimmt Martin Weiss – im Buch wie im OnlineKurs – seine Klienten bei der Hand und zeigt ihnen den Weg zu ihrer ganz persönlichen Heldensage: Von der Pforte, also dort, wo sie sich befinden, über den Ruf, den es zu ergründen gilt, Entscheidungen, die zu fällen und Drachen, die zu besiegen sind, bis zum Schatz, der auf die Helden von heute wartet, und ihre Rückkehr ins „wirkliche“ Leben. Das funktioniert, sagt Martin Weiss, weil Mythen und Märchen Menschen auf einer sehr tiefen Ebene ihres Wesens ansprechen. „Das Herz“, zitiert er Blaise Pascal, „kennt Gründe, von denen der Verstand nichts weiß.“
Gott sei Dank sperrt Martin Weiss den Verstand nicht aus. Im Gegenteil. Als Leserin und Website-Userin merke ich rasch, dass der Verstand mit „Quest“ in meinem persönlichen Heldenepos gewissermaßen einen Ehrenplatz erhalten soll. Denn da geht es auch um Konzepte und Pläne, Zweifel und Entscheidungen, um alles „Irdische“, was nötig ist, um dem Ruf, wenn man ihn denn gehört hat, folgen zu können.